Projektentwurf

Buddha sagt, dass Krankheit, Alter und Tod die drei bekannten, unausweichlichen
Wahrheiten sind. Wir alle wissen, dass Altern unausweichlich ist, aber das bedeutet
nicht, dass wir es voll Leid und in Einsamkeit durchleben müssen. Wenn wir älter
werden und uns von der schnelllebigen Gegenwart entfernen, werden unsere Werte
– die in unserem Leben so wahr und real waren – unmodern. Nach und nach erkennen
und empfinden wir eine Kluft zwischen der neuen Generation und unseren
Wertvorstellungen. Unterschiede wachsen, und mit ihnen die Entfernungen. Sogar die
Bedürfnisse unterscheiden sich.

In der Agrargesellschaft früherer Jahre/Zeiten wurden Kinder dazu erzogen, den Beruf ihrer Eltern zu erlernen, ihnen nachzufolgen, und in der Folge bei ihren Eltern zu bleiben. Wir stehen in einer Zeit des Wandels von Agrargemeinschaft zu Industriegemeinschaft, und die Tatsache, dass die neue Form der Industriegemeinschaft noch nicht vollständig im industrialisierten System aufgeht, lässt uns in einer schizophrenen Gesellschaft zwischen zwei Welten schweben, in der sowohl der Einzelne, als auch das Wertesystem gespalten sind. In diesem sich veränderndem System stehen wir einer wachsenden Kluft zwischen den Generationen gegenüber.

Diese wachsenden Unterschiede und Bedürfnisse führen dazu, dass Kinder und Enkelkinder in die Stadt ziehen, um dort Karriere zu machen und Geld zu verdienen. Die Älteren in der Familie versuchen, die Entfremdung zu akzeptieren, da die Kinder zumindest etwas Geld verdienen. Aber nach und nach verlieren die Kinder den Kontakt zu den Eltern, und die Eltern/Großeltern fühlen sich in der Folge vernachlässigt, einsam und überflüssig. Hinzu kommt, dass Krankheit als natürlicher Begleiter des Alters das Leben der Eltern/Großeltern beeinträchtigt und professionelle persönliche Betreuung erfordert.

Industrieländer haben bereits die Bedürfnisse des alten Menschen erkannt und aufgegriffen. Entwicklungsländer wie Indien haben dagegen nicht genügend Ressourcen, um sie auf die ältere Bevölkerung zu verwenden. Obwohl die Regierung das Problem der alten Menschen erkennt, wird der Lösung dieses Problems bei der Planung des Budgets keine Priorität eingeräumt. In den Großstädten wird auf die Bedürfnisse der alten Menschen durch die Errichtung von Altenheimen und Tageszentren, Bereitstellung von medizinischer und professioneller Hilfe, Untersuchung von altersspezifischen mentalen Erkrankungen, Versicherungsschutz und anderweitigen Einrichtungen eingegangen – diese Hilfe wird mehrheitlich von großen Firmen gesteuert und/oder von NGOs finanziert. Die Präsenz solcher Institutionen ist für die Dörfern am Land aber immer noch ein Traum in weiter Ferne.

Friends of Nub Gon Monastery, ein eingetragener Verein, hat seinen Sitz in Jekhli Beth, auch Tashi Jong genannt. Das Dorf liegt im Kangra Bezirk von Himachal Pradesh – 2 Autostunden südlich von Dharamshala, dem berühmten Touristenziel und Sitz des Dalai Lama. Die Existenz der tibetanischen Kolonie und damit das Khampagar Kloster geben dem Dorf den Namen Tashi Jong.

Normalerweise zieht eine zugewanderte Gemeinschaft, die wächst und gedeiht, schnell von Seiten der einheimischen Bevölkerung Abneigung, Neid und Hass auf sich. Dieses Phänomen hat sich schon zur Genüge in allen Teilen der Welt gezeigt. Der Gründer und Initiator dieser Organisation hat eine Vision: die Integration von zugewanderter und einheimischer Bevölkerung, um zukünftig Streit zwischen den Gemeinschaften zu vermeiden. Aus diesem Grund ist die einheimische Bevölkerung in sämtliche Aktivitäten in und um das Kloster eingebunden.

Ven, Tulku Popa Rabjam, der Gründer dieser Organisation, hat eine große Vision für die Gemeinschaft und ihre weitere Entwicklung. Nach und nach setzte er die Teile mit Hilfe von Freiwilligen und interessierten Helfer/innen zusammen.

Der Ehrwürdige Tulku Popa Rabjam wurde zum derzeitigen Präsidenten von Tashi Jong gewählt. Er schlägt vor, die schwierige Situation für jene, die im Alter Hilfe brauchen, durch die Errichtung eines Pflegezentrums zu erleichtern. Dieses Pflegezentrum soll ein Leben in Gemeinschaft, ohne Isolation und in Gesundheit bieten. Es soll sowohl für die alten Menschen tibetanischer Herkunft aus Tashi Jong, als auch für jene aus der umliegenden indischen Gemeinde zur Verfügung stehen.

Die Organisation FNM hat eine Studie zur Untersuchung des demografischen Status des Dorfes durchgeführt, die den Bedarf an einer eigens für die alten Menschen des Dorfes (beider Gemeinschaften) errichteten Institution, Bereitstellung von medizinischer Hilfe und eines Tageszentrums festgestellt hat.

Das Dorf Tashi Jong ist einer der schönsten Orte in dieser Gegend, immer noch von den Massen unberührt. Mit dem Kloster und seinen Ehrwürdigen Lehrern des Buddhismus wäre dieser Ort perfekt/ideal für Gläubige, um hier den Buddhismus zu praktizieren und auf dem Pfad des Dharma zu wachsen.

Neben dem Altenheim sieht die Organisation auch die Zeit gekommen, aus Bedarfsgründen ein Haus der Zuflucht zu errichten. Das Ziel beider Häuser/Heime ist spirituelles und körperliches Wohlbefinden für die Bewohner/innen und alle anderen.

Dieser Ort soll uns von allem Chaos in der Welt und in unseren Köpfen befreien und uns in unseren eigenen Bemühungen und eigenem Streben nach Glück und Frieden stärken.

Die Bewohner/innen des Altenheims könnten hier Gesellschaft, Harmonie, Beschäftigung, Gesundheit, Liebe und Freude finden.

Sie könnten aus freien Stücken dort leben (wenn niemand aus ihrer Familie ihnen helfen oder sich um sie kümmern kann), oder die Kinder könnten, sofern ihre Eltern zustimmen, diese im Altersheim unterbringen, um den alten Menschen so ein glücklicheres und gesünderes Leben zu ermöglichen. Zusätzlich würde es für jene Familien, deren alte Menschen nicht unbedingt in einem Pflegeheim leben müssten, aber ein wenig Gesellschaft und Beschäftigung während des Tages bräuchten, solange ihre Kinder tagsüber arbeiten, ein Tageszentrum geben. Diese älteren Menschen könnten ebenfalls an den Aktivitäten des Altenheimes teilnehmen.

Die Bewohner/innen des Heimes würden von zwei professionellen Krankenschwestern, 4 Peons und 10 Freiwilligen aus dem Dorf und der Umgebung im Schichtdienst betreut (anerkannte Einrichtungen des sozialen Dienstes wurden eingeladen, regelmäßig Freiwillige als Assistent/innen zu schicken). Zusätzlich würde man eine/n Koch/Köchin einstellen. Ein/e ortsansässiger Sozialarbeiter/in und ein/e Mediziner/in würden ebenfalls das Heim unterstützen.

Das Haus der Zuflucht wäre sowohl den ausländischen Besucher/innen, als auch anderen indischen Freund/innen zugänglich. Ein Stockwerk dieses Hauses wäre offen für die Dorfbewohner/innen, die sich immer wieder zur Ausübung ihres Glaubens aus ihrer täglichen Routine gratis hierher zurückziehen könnten. Das obere Stockwerk würde jenen zur Verfügung stehen, die sich einen längeren Aufenthalt leisten könnten. Es wäre ein Selbstversorgerhaus mit Einzelzimmern für praktizierende Gläubige, die sich über eine längere Zeitspanne und ohne Unterbrechung oder Störung zurückziehen wollen. Regelmäßige Dharma-Lehrstunden würden für alle abgehalten werden.

Eine Bibliothek, ein Entspannungsraum, ein gemeinsamer Speisesaal, eine Küche und eine Dharma-Halle wären ebenfalls Teil des Gebäudes.

Das Heim hofft, dass es sich auf lange Sicht von den Spenden und Beiträgen der praktizierenden Gläubigen im oberen Stockwerk des Hauses der Zuflucht erhalten kann. Spezialist/innen und Freiwillige mit Empathie und Engagement würden zusätzlich Kosten reduzieren.

Der Buddhismus hat schon immer für das Glück und das Wohlbefinden aller Lebewesen gebetet...

In einer Zeit der Umweltverschmutzung und der Verschwendung von Rohmaterialien ist es notwendig, aus Respekt und Rücksicht auf unsere Umwelt/Welt dieses Haus auf eine Art und Weise zu entwerfen und zu bauen, die Rücksicht auf die Anforderungen der Bewohner/innen nimmt und gleichzeitig nicht die Schönheit der Umwelt und Umgebung beeinträchtigt.

Wir werden uns bemühen, das Heim mithilfe von Architekt/innen, die alle Anforderungen kennen und mit einbeziehen, aus Recycling-Material und regionalen Rohstoffen zu errichten, um es kostengünstig und ökologisch unbedenklich zu halten.

Das „Happy Home“, also das glückliche Zuhause, wie wir es gerne nennen würden, wäre ein Ort, an dem jeder er selbst sein kann. Egal, ob man in den Fußstapfen von Dharma zu wandern erstrebt oder in der Frische seiner alten Tage leben möchte ...

to Top>>

Startseite Konzept Altersheim Kinder Retreat Fotos Spenden Freunde Kontakt Impressum